Minecraft Server erstellen: Schritt für Schritt
Einen eigenen Minecraft Server aufzusetzen gehört zu den am häufigsten gesuchten Themen in der Minecraft-Community. Unten beschreiben wir den ganzen Ablauf Schritt für Schritt, von der Wahl der Software über die Konfiguration bis zur Einladung der ersten Spieler. Wir behandeln sowohl die Java Edition als auch die Bedrock Edition.
Schritt 1: Server-Software wählen
Die erste Entscheidung betrifft die Server-Engine. Jede hat ihre Stärken:
- Vanilla (offiziell): die server.jar von Mojang. Keine Mods oder Plugins, dafür 100 % Kompatibilität mit dem Client. Du lädst sie bei minecraft.net herunter.
- Paper: ein optimierter Fork von Spigot. Er unterstützt Bukkit-/Spigot-Plugins, läuft schneller als Vanilla und bringt Performance-Fixes mit. Für die meisten Server empfohlen.
- Spigot: eine weit verbreitete Plugin-Engine. Kompatibel mit Tausenden Plugins. Paper ist ihr Fork, daher laufen die meisten Spigot-Plugins auch auf Paper.
- Fabric: ein leichter Mod-Loader. Wenn du einen Server mit Fabric-Mods (zum Beispiel Lithium) willst, nimm den Fabric Server. Bukkit-Plugins unterstützt er nicht.
- Forge/NeoForge: für Server mit Forge-Mods. Er braucht mehr RAM, gibt dir aber Zugriff auf Tausende Technik- und Gameplay-Mods.
- Purpur: ein Fork von Paper mit zusätzlichen Konfigurationsoptionen. Für Admins, die maximale Kontrolle wollen.
- Bedrock Dedicated Server: der offizielle Server der Bedrock Edition von Mojang. Eine eigene Installation mit anderen Konfigurationsdateien.
Für Einsteiger empfehlen wir Paper: Er verbindet Performance mit Plugin-Unterstützung und lässt sich am einfachsten konfigurieren. Mehr zu den Servertypen findest du in unserem Vergleich der Server-Engines.
Schritt 2: Umgebung vorbereiten
Java Edition
- Java installieren: Lade es von adoptium.net (Temurin JDK) herunter, in der Version, die deine Minecraft-Version benötigt. Prüfe die Installation mit dem Befehl
java -versionin einem Terminal. - Ordner für den Server anlegen: zum Beispiel
C:\MinecraftServer(Windows) oder~/minecraft-server(Linux/Mac). Leg ihn an einem separaten Ort ab. - server.jar herunterladen: von der offiziellen Seite (Vanilla) oder von papermc.io (Paper). Lege die Datei in den angelegten Ordner.
Bedrock Edition
- Lade den Bedrock Dedicated Server von minecraft.net herunter.
- Entpacke das ZIP-Archiv in einen Ordner deiner Wahl.
- Unter Windows startest du
bedrock_server.exe. Unter Linux:LD_LIBRARY_PATH=. ./bedrock_server.
Schritt 3: erster Start und die EULA
Starte einen Java-Server mit diesem Befehl:
java -Xmx4G -Xms4G -jar server.jar nogui Die Parameter -Xmx4G und -Xms4G geben dem Server 4 GB RAM. Passe das an das an, was dir zur Verfügung steht:
- 2 GB: das Minimum, genug für 2-5 Vanilla-Spieler
- 4 GB: empfohlen für 5-15 Spieler oder einen Server mit Plugins
- 6-8 GB: ein Server mit Mods oder 20+ Spieler
- 12+ GB: ein großer Community-Server mit vielen Plugins
Beim ersten Start erzeugt der Server eine Datei eula.txt und hält an. Öffne die Datei und ändere eula=false in eula=true. Damit akzeptierst du die Mojang-Lizenz; ohne sie startet der Server nicht. Starte den Server danach erneut.
Schritt 4: server.properties konfigurieren
Nach dem ersten vollständigen Start erzeugt der Server eine Datei server.properties. Die wichtigsten Einstellungen:
- server-port=25565: der Standardport. Ändere ihn nur, wenn du einen Grund hast.
- difficulty=easy/normal/hard: der Schwierigkeitsgrad.
- max-players=20: die maximale Spielerzahl.
- online-mode=true: prüft die Accounts der Spieler. Schalte es nie ohne Grund aus: Wenn du es ausschaltest, kommen Spieler mit Raubkopien auf den Server, was Sicherheitsprobleme verursacht.
- white-list=false: setze es auf true, wenn du den Zugang auf eingeladene Spieler beschränken willst.
- motd=: die Nachricht, die in der Serverliste angezeigt wird. Unterstützt Farbcodes.
- view-distance=10: die Sichtweite in Chunks. Senke sie auf 6-8, wenn du Performance-Probleme hast.
- spawn-protection=16: der Radius des geschützten Bereichs um den Spawn (in Blöcken). Setze ihn auf 0, wenn du Schutz-Plugins nutzt.
Die vollständige Liste der server.properties-Einstellungen findest du in unserem ausführlichen Konfigurationsguide.
Schritt 5: Portweiterleitung
Damit Spieler aus dem Internet deinem Server beitreten können, musst du auf deinem Router einen Port öffnen:
- Finde deine lokale IP-Adresse heraus: Gib in einem Terminal
ipconfig(Windows) oderifconfig(Linux/Mac) ein. Suche nach einer Adresse wie 192.168.x.x. - Melde dich im Admin-Panel deines Routers an, meist unter 192.168.0.1 oder 192.168.1.1 im Browser.
- Suche den Bereich Port Forwarding (er kann auch „Virtual Server“ oder „NAT“ heißen).
- Lege eine Regel an: Port 25565 (TCP), weitergeleitet an deine lokale IP-Adresse.
- Speichere die Einstellungen und starte den Router neu, falls nötig.
Deine öffentliche IP-Adresse siehst du auf whatismyip.com; diese Adresse gibst du den Spielern. Wenn dein Internetanbieter deine IP dynamisch ändert, denke über einen DDNS-Dienst nach (zum Beispiel No-IP oder DuckDNS), um eine stabile Adresse zu bekommen.
Schritt 6: Spieler einladen
Spieler treten dem Server bei, indem sie deine öffentliche IP-Adresse (und den Port, falls du den Standard geändert hast) im Mehrspieler-Menü eingeben. Für Spieler im selben lokalen Netzwerk reicht die lokale Adresse (192.168.x.x).
Wenn du white-list=true gesetzt hast, füge Spieler mit diesem Befehl hinzu:
/whitelist add PlayerName Alternative: Server-Hosting
Wenn du den Server nicht auf deinem eigenen Computer laufen lassen willst (Stromverbrauch, der Rechner muss rund um die Uhr an sein, schwache Internetverbindung), denke über Hosting nach:
- Apex Hosting: international, mit Servern in Europa
- PebbleHost: günstiges Hosting mit guter Performance
Mit Hosting entfällt die Portweiterleitung, und du bekommst eine feste IP-Adresse, DDoS-Schutz und rund um die Uhr Verfügbarkeit. Den vollständigen Vergleich findest du im Guide zum Minecraft-Hosting.
Die nächsten Schritte
- Plugins installieren: ergänze EssentialsX, WorldGuard, LuckPerms und weitere wichtige Plugins
- Serverschutz: sichere deinen Server gegen Griefer und Exploits ab
- Performance-Optimierung: weniger Lag und bessere TPS
- Backups: richte automatische Welt-Backups ein
- Realms oder eigener Server: der Vergleich mit dem offiziellen Dienst von Mojang
Einen Minecraft Server zu erstellen wirkt anfangs kompliziert, aber nach dem ersten erfolgreichen Aufsetzen wird der ganze Ablauf intuitiv. Fang mit Paper und ein paar grundlegenden Plugins an, lade deine Freunde ein und baue den Server nach und nach aus, so wie deine Ansprüche wachsen.