Minecraft Bedrock Edition 26.60, veröffentlicht am 27. Oktober 2026, verbindet sich mit Servern über NetherNet statt über das alte RakNet. Server mit Geyser, bei denen NetherNet nicht aktiviert ist, lassen dadurch keine Spieler mit 26.60 mehr rein, obwohl sie weiterhin in der Serverliste auftauchen, während ältere Bedrock-Versionen ganz normal reinkommen. Beheben kann das nur der Server-Administrator, indem er NetherNet in Geyser aktiviert.

  • Ursache: Bedrock 26.60 verbindet sich über NetherNet, der Server akzeptiert aber nur RakNet.
  • Symptom im Log: die Warnung „NetherNet support is NOT enabled“ und kein einziger Verbindungsversuch von Spielern mit 26.60.
  • Lösung: Geyser ab Build 1237, transport: both, separater webrtc-port, Bedrock-Port offen in TCP und UDP, Neustart.
  • Der Spieler selbst kann nichts ändern, NetherNet aktiviert der Administrator.

Warum kommt Bedrock 26.60 nicht auf den Server?

Bisher verbindet sich die Bedrock Edition mit Servern über RakNet, ein Protokoll, das über UDP läuft. Dessen Nachfolger ist NetherNet, das Mojang laut Blog von GeyserMC seit Version 26.40 einführt. Die Verbindung startet dabei mit einem Signaling über TCP, während das eigentliche Spiel über WebRTC per UDP läuft. Die Geschichte der einzelnen Bedrock-Versionen findest du in der Übersicht der Minecraft-Versionen.

Ein Eintrag von GeyserMC vom 8. Oktober 2026 kündigte an, dass sich Bedrock-Clients ab 26.60 nicht mehr über RakNet verbinden, weshalb jeder Bedrock-Server NetherNet unterstützen muss. Das betrifft auch Java-Server mit Geyser, der als Brücke für Bedrock-Spieler dient. Mojang widmet dem im Changelog von Bedrock 26.60 nur einen Satz, im Abschnitt zum Dedicated Server:

Updated the warning that suggests trying NetherNet to instead be an error when users are not using NetherNet, as RakNet is deprecated

Übersetzt: Der Bedrock Dedicated Server zeigt jetzt einen Fehler statt einer Warnung, wenn NetherNet nicht verwendet wird, weil RakNet veraltet ist. Der Changelog erwähnt weder die stufenweise Einführung der Änderung noch Server mit Geyser.

Warum trat das Problem erst am 29. Oktober auf?

In den Logs von Servern mit reinem RakNet tauchten Spieler mit 26.60 noch etwa 2 Tage nach der Veröffentlichung auf, bis sie sich am 29. Oktober gegen 15:35 Uhr polnischer Zeit nicht mehr verbinden konnten, während Server mit aktiviertem NetherNet sie ununterbrochen aufnahmen. Warum es diese Verzögerung gab, ist unklar: Wir haben keine Ankündigung von Mojang oder GeyserMC gefunden, die das erklärt.

Was kann ein Spieler mit Bedrock 26.60 tun?

Unterstützt ein Server kein NetherNet, kann der Spieler das nicht umgehen, denn NetherNet muss der Server-Administrator aktivieren. Du kannst aber ein paar Dinge tun:

  • Adresse und Port in getrennte Felder eingeben: die Adresse ins Feld „Serveradresse“, und 19132 oder einen anderen vom Server angegebenen Port ins Feld „Port“. Schreib nicht „adresse:19132“ in ein einziges Feld.
  • Wenn das Spiel „Outdated Bedrock client!“ anzeigt, aktualisiere es. Die Versionsnummerierung und die Liste der Versionen findest du auf der Seite Minecraft Bedrock Edition.
  • Gib der Server-Administration Bescheid, dass Spieler mit 26.60 nicht reinkommen, ältere Versionen aber schon, und schick ihr den Link zu dieser Anleitung.

Wie erkennt man das fehlende NetherNet in den Server-Logs?

Für den Administrator ist das Symptom oft irreführend. Der Server antwortet auf Pings, taucht in der Liste auf, der RakNet-Handshake funktioniert, und Spieler mit älteren Versionen kommen rein. Von Clients mit 26.60 gibt es dagegen im Log keinen einzigen Verbindungsversuch, und selbst im Netzwerk-Traffic-Dump ist nichts davon zu sehen.

Einen Hinweis liefert das Start-Log von Geyser. Ist NetherNet deaktiviert, erscheint beim Start diese Warnung:

WARNING! NetherNet support is NOT enabled.
Players will not be able to connect to your server,
starting October 27th, when NetherNet is scheduled to release.
Please see our blog post over at https://geysermc.org/blog/preparing-for-nethernet
on how to enable NetherNet support.

Zu den Ports gibt es dann nur eine Zeile, ohne jedes Wort zum Signaling:

Started Geyser on UDP port 19132

„Outdated Geyser proxy!“ ist ein anderer Fehler

Bei neuen Bedrock-Versionen tritt auch häufig ein Fehler auf, der nichts mit NetherNet zu tun hat: ein zu altes Geyser. Der Spieler bekommt dann die Meldung „Outdated Geyser proxy!“, und im Log steht:

Bedrock user with ip: /<ip> has disconnected for reason Outdated Geyser proxy! This server supports the following Bedrock versions: 26.30, 26.31, …

Die Unterscheidung der Symptome sieht also so aus:

  • „Outdated Geyser proxy!“: Geyser ist zu alt, ein Update reicht.
  • „Outdated Bedrock client! This server supports the following Bedrock versions: …“: Das Spiel ist zu alt, das Update muss der Spieler selbst machen.
  • Kein einziger Verbindungsversuch im Log und die Warnung „NetherNet support is NOT enabled“ beim Start: NetherNet fehlt, Lösung siehe unten.

Wie aktiviert man NetherNet in Geyser?

Die Schritte basieren auf dem Blog und dem Wiki von GeyserMC, die Einstellungen ändert man in der Datei config.yml von Geyser.

  1. Aktualisiere Geyser auf Build 1237 oder neuer, am besten auf die aktuellste Version. NetherNet ist noch nicht standardmäßig aktiviert, das Update allein reicht also nicht.
  2. Setze in der config.yml transport: both, und trage bei webrtc-port einen freien UDP-Port ein, der sich vom port unterscheidet.
  3. Öffne den Bedrock-Port in TCP und UDP sowie den webrtc-port in UDP, am Router und in der Firewall. Früher reichte UDP, aber jetzt läuft das Signaling über TCP, und laut Wiki zeigt sich der Server ohne TCP den Spielern überhaupt nicht an.
  4. Steht der Server hinter NAT oder in einem Container, trage die öffentliche Adresse mit Port bei signaling.advertise-addresses ein. Diese Adressen gibt Geyser den Spielern für die Verbindung über NetherNet weiter.
  5. Starte den Server neu, bei der Standalone-Version nur Geyser selbst.

Ein Ausschnitt der Konfiguration könnte so aussehen (Port 19133 ist nur ein Beispiel):

bedrock:
port: 19132
webrtc-port: 19133
transport: both
signaling:
mode: builtin

Nach dem Neustart sollte im Log eine Zeile zum eingebauten Signaling auftauchen:

Built-in signaling started on http://0.0.0.0:19132, with NetherNet on UDP port 19133

Die ersten Spieler mit 26.60 können schon ein paar Sekunden nach dem Neustart reinkommen. Eine Verbindung über NetherNet erkennst du am Namen des Threads in der ersten Klammer, die Zahl am Ende ist das Protokoll des Clients (2225 steht für Bedrock 26.60):

[NetherNet Built-in Signaling-9-2/INFO] [Geyser-BungeeCord]: Player connected with username <nick> (2225)

Verbindungen über RakNet haben einen Thread im Stil GeyserServerChild-…, die zweite Klammer hängt von der Plattform ab, auf der Geyser läuft.

Warum „transport: both“ und nicht „nethernet“?

Die Einstellung transport: nethernet deaktiviert RakNet, manche Versionen, zum Beispiel 26.40, holen sich die MOTD und die Spielerzahl aber noch über RakNet. Laut Wiki von GeyserMC unterstützen erst die Versionen 26.50 und neuer NetherNet vollständig. Der Modus both deckt alte und neue Versionen gleichzeitig ab, auch wenn der Kommentar in der config.yml RakNet als veraltete Methode bezeichnet, die zum Entfernen vorgesehen ist.

Der Blog von GeyserMC erlaubt den Wechsel auf reines nethernet, sobald alle Spieler auf 26.60 sind. Solange jemand noch eine ältere Version spielt, bleib bei both. Mehr zum Aufsetzen und Konfigurieren von Servern findest du im Bereich Anleitungen.

Welche Fehler zeigt die Konsole nach dem Aktivieren von NetherNet?

Der Blog von GeyserMC beschreibt die Symptome der häufigsten Konfigurationsfehler. Die ersten drei sind Meldungen aus der Konsole:

  • Built-in signaling cannot use port … because the Java server already uses it: Bedrock und Java teilen sich einen Port, meist über die Option clone-remote-port, die viele Hoster nutzen. Signaling braucht TCP, der Java-Server belegt aber schon TCP auf diesem Port. Bitte den Hoster um einen separaten Port, der in TCP und UDP offen ist. Ohne das wechselt Geyser selbst auf ein externes Signaling über den kostenlosen Dienst Warden und gibt in der Konsole die Adresse an, unter der Spieler dann reinkommen sollen.
  • RakNet and NetherNet each need their own UDP port: Bei transport: both hat das Feld webrtc-port dieselbe Nummer wie der Bedrock-Port. Trag dort einen anderen freien Port ein.
  • … is a loopback address: Die Bedrock-Adresse in der config.yml ist 127.0.0.1 oder ähnlich. Setze dort 0.0.0.0.
  • Die Frage „Trust on First Use?“ beim ersten Einloggen eines Spielers: Das eingebaute Signaling läuft standardmäßig über normales HTTP. Um das zu vermeiden, stell das Signaling über HTTPS bereit (das Wiki beschreibt das im Abschnitt „HTTPS for NetherNet“).

Passt keiner dieser Fälle, bittet GeyserMC um eine Meldung auf ihrem Discord mit dem Ergebnis des Befehls /geyser dump.

Quellen