Microsoft hat an Teilnehmer des Xbox Insider Program eine Umfrage geschickt, in der sie gefragt werden, wie sie auf ein Szenario reagieren würden, in dem Minecraft von PlayStation und Nintendo abgezogen wird. Laut Windows Central erreichte der Fragebogen einen Teil der Nutzer am 15. Oktober 2026 und betrifft nicht nur Minecraft, sondern auch Fallout, The Elder Scrolls, DOOM, Diablo und Hideo Kojimas PHYSINT.

Was Microsoft konkret wissen will

Die Umfrage beschreibt für Minecraft ein genaues Szenario: Die bestehenden Titel würden auf PlayStation und den Nintendo-Konsolen aus dem Verkauf genommen, und diese Plattformen bekämen keine neuen Inhaltsupdates mehr. Wie Insider Gaming berichtet, enthält der Fragebogen den Hinweis, dass Spieler weiterhin Zugriff auf bereits gekaufte Kopien des Spiels behalten würden. Das soll die Sorge zerstreuen, bereits erworbene Inhalte zu verlieren.

Die radikalste Variante der Umfrage geht noch weiter. Die von Windows Central beschriebene Frage lautet: „Stell dir vor, es wird angekündigt, dass alle zukünftigen Titel aus jeder Entwicklermarke von Xbox, mit Ausnahme von Call of Duty, Xbox-Konsolen-exklusiv sein werden.“ Die Ausnahme für Call of Duty erklärt sich durch Verpflichtungen, die Microsoft bei der Übernahme von Activision Blizzard eingegangen ist.

Warum das für Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtig ist

Für Fans von Bauen und Überleben kommt die Frage zu einem besonders unpassenden Zeitpunkt. Das Spiel erscheint gerade für die Nintendo Switch 2 in einer neuen, nativen Version, und die Umfrage geht genau von dem Szenario aus, dass Nintendo-Konsolen von künftigen Updates abgeschnitten werden. Für PlayStation-Besitzer sähe es ähnlich aus: Die Weiterentwicklung der Bedrock Edition würde nur noch auf PC und Xbox-Konsolen landen.

Spieler der Minecraft Java Edition auf dem PC wären von diesem Szenario nicht betroffen, denn die Umfrage spricht ausschließlich von Konsolenversionen. Trotzdem ändert das nichts daran, dass ein großer Teil der Multiplayer-Community auf mehreren Plattformen gleichzeitig spielt und Freunde von PlayStation, Switch und Xbox auf Servern mit aktiviertem Crossplay in einer gemeinsamen Welt zusammenbringt.

Kurswechsel bei Xbox

Die Umfrage kommt nicht aus dem Nichts. Wie Insider Gaming erinnert, hat Xbox unter der früheren Führung die Philosophie „everything is an Xbox“ verfolgt, also die eigenen Marken, darunter Halo, auch auf konkurrierenden Plattformen angeboten. Seit Asha Sharma die Leitung von Xbox übernommen hat, dreht das Unternehmen diesen Kurs um und setzt stärker auf Exklusivität. Ein Beispiel dafür ist die Veröffentlichung von Gears of War: E-Day ausschließlich für Xbox.

Der Kurswechsel geschieht vor dem Hintergrund einer umfassenden Umstrukturierung der Spielesparte von Microsoft. Das Unternehmen baut Stellen im Tausenderbereich ab, und laut Berichten, die Tech-Medien zitieren, soll die gesamte Sparte Xbox Game Studios bis zum Geschäftsjahr 2027 neue Rentabilitätsziele erreichen. Die Umfrage soll also testen, wie weit man die Exklusivitätsschraube anziehen kann, ohne Spieler dauerhaft zu verlieren.

Vorsicht statt Panik

Branchenmedien mahnen allerdings zur Verhältnismäßigkeit. Wie Pure Xbox anmerkt, landen solche Umfragen regelmäßig bei Teilnehmern des Insider-Programms und enthalten oft rein hypothetische Szenarien, die nie umgesetzt werden. Microsoft hat keine konkreten Pläne bestätigt, und der Fragebogen ist eine Stimmungsabfrage, keine Ankündigung.

Trotzdem zeigt allein die Tatsache, dass Minecraft neben Fallout und The Elder Scrolls auf der Liste der Marken steht, die für eine mögliche Exklusivität in Betracht gezogen werden, wie hoch das Unternehmen den Wert der Reihe in seinem Portfolio einschätzt. Jetzt heißt es abwarten, ob Microsoft weitere Schritte in diese Richtung unternimmt oder ob die Umfrage einfach in der Schublade mit den Forschungsdaten verschwindet.

Quellen